|
Vormittags war er Maler und Zeichner, am Nachmittag ging er ins Architekturbüro. Le Corbusier (1887- 1965) hinterließ nicht nur ein umfassendes Werk als Architekt und Städteplaner, sondern auch als bildender Künstler. Reiseskizzen aus der Frühzeit belegen das Talent des studierten Malers, dessen Stil mit der Bekanntschaft von Amédée Ozenfant 1918 eine erste Wende nahm. Beide Künstler begründeten den Purismus, dem später auch für kurze Zeit Fernand Léger beitrat. Gläser, Flaschen, Guitarre, Alltagsgegenstände werden zu transparenten, ästhetischen Stilleben komponiert. Nach 1928 interessiert den weitgereisten Zeichner vor allem das Thema Frauen, später kommen Tiere und Figurendetails hinzu, die bei Le Corbusier Symbolcharakter gewinnen, wie der Stier, die Schlange, die Hand, die Muschel. Sein Repertoire umfaßt nun auch die Collage, die er zur Meisterschaft bringt - satte, kräftige Farben und starke Kontraste sind typisch. Auch integriert er eigene Kunstwerke in seine Architektur - Wandgemälde, Tapisserien, Skulpturen -, die vorbereitend als Collagen oder Zeichnungen entstehen. |