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James Ensor

Le Verger / Der Obstgarten   1886

James Ensor
Le Verger / Der Obstgarten   1886
Radierung, Frühdruck
16 x 24 cm
signiert u. datiert
Taevernier 2

Sorciers dans la bourrasque / Hexenmeister im Wirbelsturm  1888

James Ensor
Sorciers dans la bourrasque / Hexenmeister im Wirbelsturm  1888
Radierung
17,9 x 23,8 cm
signiert u. datiert
Taevernier 52/2

Musiciens fantastiques / Phantastische Musikanten   1888

James Ensor
Musiciens fantastiques / Phantastische Musikanten   1888
Radierung
17,8 x 23,9 cm
signiert, betitelt u. datiert
Taevernier 43

Les Gendarmes   1888

James Ensor
Les Gendarmes   1888
Radierung, Frühdruck
17,9 x 23,8 cm
signiert u. datiert
Taevernier 55

Ausstellungstournee  James Ensor - Visionär der Moderne
Gemälde, Zeichnungen und das druckgraphische Werk aus der Sammlung Gerard Loobuyck

Von der Hachmeister Galerie organisiert:

Galerie Albstadt, 14. März - 16. Mai 1999
Hachmeister Galerie, Münster, 27. August - 23. Oktober 1999
Galerie Michael Haas, Berlin, 20. November - 31. Dezember 1999
Kunstmuseum Heidenheim, 23. Januar - 12. März 2000
Panorama Museum, Bad Frankenhausen, 9. Dezember 2000 - 4. März 2001
Staatsgalerie der Schönen Künste, Cheb, Tschechische Republik, 25. April - 30. Juni 2002
Kunstmuseum Olomouc, Olomouc, Tschechische Republik, 18. Juli - 15. September 2002

Literatur
 

JAMES ENSOR   -   Visionär der Moderne

JAMES ENSOR   -   Visionär der Moderne

Gemälde, Zeichnungen und das druckgraphische Werk aus der Sammlung Gerard Loobuyck
Texte deutsch von Erich Franz, Patrick Florizoone, Jörg Becker, René Hirner, Clemens Ottnad, Claudia Schönjahn
ca. 200 Abb., Biographie, Bibliographie, insgesamt 244 Seiten
Format 30 x 24 cm, Hardcover Leinen, Schutzumschlag, Auflage 1.200 Exemplare, Albstadt 1999
ISBN 3-923644-93-0
Ladenpreis    € 60.-
(nur noch wenige Exemplare vorhanden)

Neben einigen Gemälden und Zeichnungen aus verschiedenen Privat- und Museumssammlungen wird in diesem Katalogbuch die wohl bedeutendste Privatsammlung an Graphik von James Ensor erstmalig veröffentlicht.
Diese zeichnet sich insbesondere durch etwa 40 kolorierte Radierungen und die Konzentration auf Frühdrucke des Künstlers aus, der als Vorläufer des Expressionismus und des Surrealismus gilt.
Jede s/w Radierung wurde mit ihrem Plattenton gedruckt, wodurch der Katalog die bisher beste Wiedergabe seines druckgraphischen Werkes bietet. Umfangreiche Katalogbeiträge über die Stellung der Graphik innerhalb des Gesamtwerkes und über einzelne Bildthemen wie 'Masken und Tod' oder 'Die Sieben Todsünden' machen die Publikation zu einem wichtigen Beitrag innerhalb der Ensor-Forschung.
 

James Ensor
 
1860 - 1949 Ostende, Belgien

Schon zu Lebzeiten war James Ensor eine Legende. Seine Räume über dem Kuriositätenladen seiner Mutter im belgischen Ostende, die er ein Leben lang bewohnte, glichen in seinen späteren Lebensjahren einem Wallfahrtsort für Künstler, Sammler und Museumsleute, die ihm ihre Aufwartung machten. Dort, inmitten seiner Bilder und Zeichnungen, über dem Harmonium sein Hauptwerk Christi Einzug in Brüssel, heute das wichtigste Werk des ausgehenden 19. Jahrhunderts im Getty-Museum, empfing er Emil Nolde, Erich Heckel, der später sein Portrait malte oder Rik Wouters, der eine Büste schuf; Wassily Kandinsky suchte ihn ebenso auf wie Albert Einstein. Der am 13. April 1860 geborene Ensor, den sowohl die deutschen Expressionisten als auch die Pariser Surrealisten als einen ihrer Vorläufer betrachteten, gilt neben Vincent van Gogh und Edvard Munch als einer der einflußreichsten Künstler der Moderne des Nordens. Dabei gilt Ensors Werk als das facettenreichste dieses nordischen Dreigestirns. Sein Stil changiert zwischen spätimpressionistischem Realismus und skurriler Groteske. Seine Fassung des Themas Die Verführung des heiligen Antonius, heute im Museum of Modern Art in New York, kann als erstes informelles Bild gelesen werden, und sicherlich würde man manche seiner traumatischen Werke zu den Vorbildern der „art brut“ eines Soutter oder Dubuffet zählen. Er schuf hinreissende Landschaften, Marinen und Stilleben, in denen die Farbmaterie zu reinem Licht wird. Wenn Cézanne als der Maler der Farben gilt, so ist Ensor der Maler des Lichtes. Aber er ist auch der „Maler der Masken“, als der er heute etwas verkürzt bezeichnet wird, und damit bezieht man sich auf seine berühmten Darstellungen von maskierten Menschenhorden, verzerrten Physiognomien lüsterner Sünder, Pierrots und dem Tod mittendrin. Ab 1886 datieren Ensors erste Radierungen, und was für die Malerei gilt, lassen auch die graphischen Blätter spüren. Lichtdurchflutete Landschaften in schwarz-weiß, groteske Masken, joviale Skelette, Menschenwogen, Todsünden und der leidende Christus, aber auch sozialkritische Szenen, Historiendramen und Umsetzungen dunkler Erzählungen von Edgar Allen Poe oder Interpretationen von Gemälden des Hieronymus Bosch und Breughel. Mit seinen Radierungen sucht Ensor die Abwechslung von der Malerei und die Verbreitung seines künstlerischen Werkes. Schon während des 2. Weltkrieges nach einem Bombenangriff auf Ostende vom englischen Radiosender BBC totgesagt - was Ensor damit quittiert, daß er seine in Ostende aufgestellte Marmorbüste mit einem schwarzen Kondolenzband versieht - stirbt er doch erst am 19. November 1949. Zum 50. Todestag feierte Belgien seinen größten Künstler der heraufkommenden Moderne mit Retrospektiven in den Museen von Brüssel, Antwerpen, Ostende. Die Galerie Hachmeister in Münster würdigte ihn mit der Präsentation seines gesamten graphischen Werkes, einer außergewöhnlichen Sammlung mit zahlreichen handkolorierten Radierungen und Zustandsdrucken. Neben diesen etwa 160 Blättern zeigte die museale Ausstellung noch einige Zeichnungen und Gemälde des Flamen aus seinem Spätwerk. Dazu ist ein umfangreiches Katalogbuch erschienen.